unser Garten im Wandel

(16. Sept. 2016) Ein weiterer Sommer ist vergangen und in unserem Garten hat sich wieder was getan. Da der Bereich hinterm Haus soweit fertig ist und „nur noch“ gepflegt werden möchte (was ich dieses Jahr allerdings ziemlich vernachlässigt habe), haben wir uns um den Vorgarten gekümmert. Auch das hatte einen praktischen Hintergrund: Zum einen war der Vorgarten nur noch bedingt „schön“ zu nennen, zum anderen platzte unser altes Gartenhaus aus  allen Nähten, seitdem es neben dem Gartengerät wie Rasenmäher & Co. auch vier Fahrräder beherbergen mußte. Deshalb haben wir investiert und ein zweites Gartenhaus gebaut, das ausschließlich die Fahrräder sowie die Wertstoffsäcke aufnehmen soll. Achja, und es soll natürlich auch seinen Teil zur Gartenbeleuchtung beitragen. Aber das versteht sich irgendwie von selbst (vor allem, wenn man meinen Mann kennt ;))

So sah es also dieses Jahr vorm Haus aus, als die Planung stand, die Helfer organisiert waren und wir loslegen konnten. Den Anfang machten mein Göga und ich fast alleine, nämlich mit Spaten, Schaufel, Schubkarre und dem Anhänger von unserem Nachbarn, der sich bereit erklärt hatte, den Aushub für uns abzufahren:

Irgendwann lag unser Schwimmbad wieder trocken, das Wetter spielte halbwegs mit und unsere Fachkraft hatte Zeit und Lust, mit anzupacken. Unsere Fachkraft war, wie letztes Jahr, mein Cousin, der Landschaftsgärtner. Bevor letzterer aber loslegen konnte, brauchten wir noch etwas ganz wesentliches: Arbeitsmaterial. Diesmal liehen wir uns einen beplanten Anhänger von einem Arbeitskollegen meines Göga, fuhren zur Kiesgrube in der Nähe und schaufelten Sand. Insgesamt zweimal. Und wir fuhren zum Baumarkt, um Gehwegsplatten zu kaufen. Auch zweimal, aber das zweite Mal fuhr ich alleine mit meinem Zafira. Wieder mal war ich erstaunt, wieviel in die Kiste reingeht. Als dann alles bereit lag und mein Göga sich auch die Karten gelegt hatte, wo er denn welches Kabel hinhaben möchte, legten mein Cousin und ich los: Er pflasterte, ich versorgte ihn mit Kaffee. Das Ergebnis sah dann so aus:

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Noch ziemlich chaotisch und sandig, aber das war ja erst der Anfang.

Als nächstes spuckten zwei Kollegen meines Göttergatten in die Hände und bauten das neue Gartenhaus auf:

So, der Großteil war geschafft. Die Feinarbeit und der Abschluss fehlten noch. Denn noch stand das Gartenhaus quasi einsam und verlassen in der Gegend und die Kinder meinten, den Weg zu benutzen wäre Luxus. Was fehlte war der Zaun zur Straße hin. Schließlich sollte es in die Richtung ja stimmig aussehen, gell? Und hier packte unser Lieblingsnachbar mit an.

Das war der Abschluss der Bauarbeiten. Nun kümmerten wir uns „nur“ noch um die Feinarbeiten, und das fing damit an, dass mein Schatz und ich uns der Erdhaufen annahmen, die noch im Vorgarten lagen. Das war der Rest vom Aushub von dem neuen Weg, der zum Gartenhaus führt, und von der Baugrube. Wir verteilten die Erde großzügig auf die vorhandenen Beete. Als alles platt war (uns eingeschlossen), war unser Vorgarten zwar immer noch kahl, aber wenigstens hatte er den Baustellencharakter verloren.

Nun passierte erstmal nix. Mein Cousin war gesundheitlich außer Gefecht gesetzt, die Sommerferien kamen, wir machten Ausflüge … und irgendwann paßte dann doch alles wieder zusammen und wir machten weiter. Mein Cousin und ich verabredeten uns für die letzten Arbeiten und mein Mann und ich besorgten in meiner Lieblingsgärtnerei das Arbeitsmaterial: Pflanzen. Und dann, eines schönen Tages im August, legten wir los: Mein Mann verlegte Steckdosen und montierte Licht, mein Cousin pflanzte, ich kümmerte mich um Kaffee und Pflanzennachschub. Natürlich hatten wir zu wenig gekauft gehabt. War ja klar, oder?

Fast hätte ich es vergessen: Im Zuge der Vorgartengestaltung haben wir bereits im Juni neben den Hochbeeten ein kleines Bodenbeet angelegt. Allerdings ist da noch nix weiter drin bis auf das Mandelbäumchen (das hatte ich da letztes Jahr schon gepflanzt) und zwei Astilben, die sich vorm Haus nicht mehr richtig wohl fühlten. Vielleicht war es ihnen mit den fünf Funkien zu eng. Da das Beet noch ziemlich kahl ist, gibt es da auch noch keine Fotos von.

Neben dem neuen Gartenhaus soll auch noch ein Beet entstehen, um den Übergang von Haus zu Rasen etwas angenehmer zu gestalten, und um den Kanaldeckel zu kaschieren, der da im Rasen ist und nicht überbaut werden darf. Da drunter ist nämlich die Pumpe für unsere Drainage, und wenn man da im Notfall nicht rankommt … nee, danke, muss ich nicht haben. Um diese beiden Beete werde ich mich aber nächstes Jahr erst kümmern. Ich finde, wir haben dieses Jahr wieder viel geschafft. Der Garten wird schöner und schöner. Und wie er sich im Laufe der Jahreszeiten wandelt, kann in meiner neuen Reihe „- ohne Worte -“ geguckt werden. Da taucht er immer wieder mal auf.

*****

(06. Mai 2015) Unser Garten wandelt sich. Wie sehr er sich in den letzten Jahren bereits verändert hat, möchte ich, aus gegebenem Anlass, hier einfach mal zeigen.

Als wir 2010 hier einzogen, sah es noch so aus:

Trostlos. Und warum steht das Gartenhaus ausgerechnet NEBEN dem Haus, so dass man dort nicht mehr durchkommt? Es ist mir ein Rätsel …

Nachdem wir ein wenig im Garten rumgewurstelt hatten, sah er so aus:

Es hat sich schon einiges getan: Das Gartenhaus hat einen neuen, sinnvolleren Platz bekommen. Die unsägliche Thujen-Hecke ist ebenso Geschichte wie die große und verlauste Traubenkirsche und die Kirschlorbeeren. Nun kann es losgehen mit der Gestaltung.

 

 

Seither war erstmal Ruhe im Garten. Ich habe zwar gepflanzt und Unkraut gejätet, aber sonst haben wir letztes Jahr nichts gemacht. Dafür haben wir dieses Jahr durchgestartet. Doch sieh selbst:

An dieser Stelle muss ich meinem Cousin von ganzem Herzen danken. Er hat nicht nur im Februar den Tipp mit den geschwungenen Linien gegeben, sondern an seinen freien Wochenenden tatkräftig mit angepackt. Ohne ihn hätten wir die Beete weder so schnell noch so schön hinbekommen.

Ein weiteres dickes Dankeschön geht an unseren mega-hilfsbereiten Nachbarn, ohne den wir die Sichtschutze / Zäune an der Seite und hinten nicht hätten aufstellen können.

Mal gucken, wie sich unser Garten nun weiterentwickelt. Mit dem hinteren Bereich bin ich jedenfalls sehr zufrieden. Man könnte auch sagen: Ich liebe meinen Garten wieder und freue mich auf die Gartensaison 🙂

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– ohne Worte – August 2016

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31. August 2016 · 23:59

– ohne Worte – Juli 2016

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31. Juli 2016 · 23:59

– ohne Worte – Juni 2016

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30. Juni 2016 · 23:59

– ohne Worte – Mai 2016

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Nachdenkliches Ich …

Ich habe grad ein wenig gelesen. Und zwar auf diesem Blog. Nein, ich hatte nicht vergessen, dass ich ihn habe. Und ich habe auch nicht vergessen, dass ich mich lange nicht um ihn gekümmert habe. Tatsächlich habe ich lange überlegt, ob ich ihn überhaupt weiter betreibe. Mir war die Lust daran vergangen.

Inzwischen ist viel Wasser die Elbe runtergelaufen und ich habe mich verändert. In mancher Hinsicht hab sich meine Einstellung geändert. Der Glaube nimmt wieder einen größeren Stellenwert in meinem Leben und Denken ein und gibt mir Kraft – obwohl ich immer noch auf der Suche bin. Schwer zu beschreiben. Ich nehme unveränderliches gelassener, nehme viele Dinge anders oder auch gar nicht wahr … wirklich schwer zu beschreiben.

Warum ich das hier grad schreibe? Weil Lust habe zu schreiben. Ich versuche ein klein wenig, meine Gedanken zu sortieren. Allerdings muss ich gestehen: Ohne nennenswerten Erfolg. Ich fühle mich noch genauso konfus und unsicher wie am Anfang dieses Beitrags, und meine Frage habe ich mir immer noch nicht beantwortet: Führe ich diesen Blog weiter? Und wenn ja: Wie? Welche Themen? Was schreibe ich? Wie oft schreibe ich? Lege ich mir eine Terminliste an, um regelmäßig zu schreiben? Oder „riskiere“ ich es wieder, monatelang gar nix zu veröffentlichen? Kann (oder will) ich Flocke wieder motivieren, in die Tasten zu hauen? So viele Fragen, so wenig Antworten …

Was meinst Du, werter Leser? Deine ehrliche Meinung ist gefragt und ich werde bestimmt nicht böse bei Kritik oder so. Also bitte schreibe frei von der Leber weg, so wie ich das grade mache.

Lieben Gruß,

Deine Smoky

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Flockes Erzählungen: Lazarett

Hallo, liebe Leser!

Heute muss ich mal wieder in die Tasten hauen, auch wenn ich es laaange nicht gemacht habe. Der Grund dafür ist ein ganz einfacher: Mama.

Meine Mama hat hier im Moment echt viel um die Ohren, und sie tut mir soooo leid. Hier ist nämlich seit einer Woche der Notstand ausgebrochen, und zwar so richtig!

Es fing am letzten Freitag an. Also nicht gestern, sondern den Freitag vorher, am 6. Februar. Irgendwann nachts war mein großer kleiner Bruder wach und rief nach Mama. Es ginge ihm ja soooo schlecht, meinte er. Mama beruhigte ihn und sagte, er solle lieber schlafen, das sei das beste. Dann kam sie wieder ins Bett. Klar, war ja mitten in der Nacht.

Um Viertel nach 5 morgens rief mein kleiner kleiner Bruder nach Mama. Ich hab mich nochmal eingekuschelt, als Mama aufgesteht ist. Sie kommt ja gleich wieder, dachte ich. Doch wer sich dann ein paar Minuten später neben mich kuschelte, war nicht Mama, sondern mein kleinster Bruder. Mir war das erstmal recht egal, Hauptsache kuscheln. Später erzählte Mama, dass der kleine sich übergeben hätte und sie erstmal sein Bett abgezogen hat, bevor sie sich wieder zu uns kuschelte.

Kurz nach 6 war der Große wach und Mama hat bei ihm Fieber gemessen – und er hatte 38,5°C, sagte sie. Für Menschen ist das viel, soviel hab ich in den letzten Jahren gelernt. Also hat Mama die beiden von Schule und Kindergarten abgemeldet, den Oma-Tag abgesagt und die beiden im Wohnzimmer aufs Sofa einquartiert, damit sie sich in Ruhe auskurieren konnten. Der Lütte hat sich zwar noch ein zweites Mal übergeben, aber danach schien er fit zu sein. Naja, relativ halt.

Der Freitag verlief also seeehr ruhig. Die Kinder haben viel gelegen, Mama hat entsprechend wenig machen können. Ja, solche Tage braucht es auch mal.

Doch dann kam der Samstag. Schon nachts war mir aufgefallen, dass Mama unruhig schlief. Sie hat sich viel hin und her gewälzt und ist öfters aufgewacht. Und morgens meinte sie, sie hätte so komische Bälle im Rachen … tatsächlich waren ihre Mandeln geschwollen (nein, die kann man nicht essen!) und Mama hatte arge Probleme zu schlucken.

Meine Familie war vormittags noch einkaufen und sowas, aber Mama ging es gar nicht gut. Nachmittags hat sie es sich mit den Kindern zusammen auf dem Sofa gemütlich gemacht. Naja, relativ gemütlich halt. Mama saß, der Lütte hatte seinen Kopf auf ihrem Oberschenkel und der große Zwerg lag am anderen Ende des Sofas. Geschlafen bzw. gedöst haben sie aber alle. Zum Glück haben im Wohnzimmer die anderen beiden Teile des Stofftierdreigestirns Dienst: Lilla hat sich beim großen Zwerg eingekuschelt und Filou beim Lütten. Und so blieb es auch die nächsten Tage und Nächte. Nachmittags hatte Mama beim Lütten mal Fieber gemessen: 40,5°C. Das Fieber beim Großen ging langsam aber sicher runter. Und da Papa gesehen hat, dass es Mama gar nicht gut ging, hat er sich ums Essen gekümmert. Lieb, nä?

Sonntags musste Papa dann richtig ran: Mama ging es dreckig. Morgens hat Papa sie schlafen lassen, was an sich ja schon toll ist. Gegen halb 10 oder so ist Mama die Treppe runtergeschlichen und hat sich aufs Sofa gesetzt. Keine zwei Stunden später hat Papa sie wieder ins Bett geschickt, weil Mama auf dem Sofa eingeschlafen ist. Sowas kennen wir eigentlich gar nicht von ihr und das ist immer ein schlechtes Zeichen. Mama ging auch ganz brav ins Bett, kuschelte sich an mich … und schlief bis nachmittags halb 3 oder so. Dann schlich sie wieder runter … und Papa kümmerte sich wieder ums Essen. Allerdings meinte auch Papa inzwischen, dass er wohl was ausbrütet …

Montags ging mein großer kleiner Bruder wieder in die Schule. Er hatte kein Fieber mehr, nur noch Husten, aber der sollte vergehen. Der Lütte war noch nicht ganz fieberfrei, also behielt Mama ihn noch zu Hause. Ergotherapie und Logopädie sagte sie für den Tag aber ab. So hatte Mama Zeit und Ruhe, um Papa zu pflegen, der mit 38,5°C im Bett lag und sich hundsmiserabel fühlte.

Dienstags ging auch der Lütte wieder in den Kindergarten. Fieber war weg, Kind war fit. Papa ging es immer noch mies, Mama war immer noch angeschlagen und hielt die Stellung. Nachmittags hatte der große Zwerg eine Spielverabredung bei uns zu Hause, doch Mama hat das so gedreht, dass sie mit den Kindern zu Dodenhof gefahren ist. Dort konnten die Kinder im Spielparadies toben und spielen und Mama hatte ihre Ruhe. Die brauchte sie auch noch. Schließlich hatte sie am Wochenende ja auch Fieber gehabt, und das steckt ein Mensch in ihrem Alter nicht mehr so leicht weg.

Mittwoch ging es Mama wieder schlechter. Sie hatte wieder Fieber, so um die 38,8°C waren es abends. Nachmittags hatten die Kinder ja Judo-Training und das wollte Mama natürlich nicht ausfallen lassen. Also hat sie Tabletten genommen, damit sie einigermaßen fit ist. Überhaupt habe ich es noch nicht erlebt, dass Mama so viele Tabletten genommen hat wie in der letzten Woche. Sie sagt, das waren alles Paracet…irgendwas. Ich kann mir sowas nicht merken. Aber Mama nimmt nicht gern Medikamente, daher ist es schon bezeichnend, finde ich. Und Mama ging auch jeden Abend früh ins Bett, zumeist zeitgleich mit den Kindern. Mit Chance hat sie abends noch ein wenig gelesen, aber meistens wollte sie nur schlafen.

Mittwoch Abend um 22 Uhr weinte mein kleiner kleiner Bruder ganz dolle. Papa war als erstes bei ihm, weil Mama so fest geschlafen hat. Der kleine Kerl hatte Ohrenschmerzen. Als Mama soweit ansprechbar war, hat sie versucht, ihm ein Paradingsda-Zäpfchen zu geben, aber das hatte nicht richtig geklappt. Zumindest waren die nächsten 3 Stunden anstrengend: Er ist immer wieder eingeschlafen, aber auch regelmäßig aufgewacht, weil das Ohr wieder so weh getan hat. Um 1 Uhr konnte Mama ihm dann Iboprofen-Saft geben, und danach hat der kleine Mann schlafen können. Mama auch endlich wieder.

Donnerstag hat Mama morgens im Kindergarten angerufen und den Lütten abgemeldet. Da sie ja auch schon einschlägige Erfahrungen mit Ohrenschmerzen gemacht hat, hat sie ihn auch für Freitag abgemeldet. So rein profülaktisch. Nur da unsere Kinderärztin am Donnerstag Vormittag ausschließlich Vorsorgeuntersuchungen macht, konnte der Lütte erst nachmittags zum Arzt gebracht werden – und das hat Papa gemacht, weil Mama einen Termin im Kindergarten hatte. Die Kinderärztin stellte fest, dass der Kleine eine Mittelohrentzündung hat und das Trommelfell kurz vorm Platzen ist und er Antibiotikum nehmen muss. Zum Glück schmeckt das Zeugs nicht übel, so dass es keine Problem ist, ihm seine Medizin zu verabreichen. Mama ging es übrigens immer noch nicht wieder gut. Papa auch nicht.

Freitag morgen klagte mein großer kleiner Bruder über Ohrenschmerzen. Mama meldete ihn also von der Schule ab und fuhr mit ihm zur Kinderärztin. Die meinte, er hätte auch ein stark gerötetes Mittelohr, aber noch nicht so schlimm wie sein kleiner Bruder und vielleicht kommen wir da ohne Antibiotikum von weg, so mit 3x täglich Nasenspray und viel trinken. Auf dem Nachhauseweg sind sie noch zu Penny gefahren, einkaufen. U.a. fehlte Eis, was Mama und Papa schon fast als Medizin essen. Mama hat nämlich immer noch Halsschmerzen, auch wenn die Mandeln schon seit ein paar Tagen abgeschwollen sind. Mama war froh, als sie wieder zu Hause war. Oma-Tag war natürlich auch schon längst abgesagt. Logisch, oder? Achja, und nachmittags bekam der kleine Zwerg Durchfall … Abends war Mama mutlos. Was kommt denn noch alles?

Samstag, also heute, hat Papa Mama wieder länger schlafen lassen. Mama war ihm sehr dankbar dafür. Gestern Abend hat sie nämlich mal keine Tabletten genommen als sie ins Bett gegangen ist, und prompt hat sie die halbe Nacht geschwitzt wie ein Bulle und etwas unruhiger geschlafen. Der Vormittag ging dann auch so einigermaßen, doch am frühen Nachmittag kam sie plötzlich ins Schlafzimmer, schmiss sich aufs Bett und hat erstmal geweint wie ein Schlosshund. Ich glaube, ihr geht grad alles ganz fürchterlich an die Nerven, und dann reicht schon ein falsches Wort, um den Damm brechen zu lassen. Mama mag es gar nicht, so lange außer Gefecht zu sein. Sie meint, sie sieht überall Sachen, die sie machen muss, und sie schafft einfach nix, und das nervt sie. Obwohl sie ja weiß, dass sie krank ist, aber sie hat die Schnauze voll davon, meint sie, und sowieso und überhaupt … ich hab ihr meine Tatze gereicht und sie fest gedrückt. Was anderes kann ich ja eh nicht machen. Dann hat sie sich neben mir eingekuschelt und geschlafen. Bis halb 6, dann ist sie aufgestanden und hat sich ums Abendessen gekümmert.

Mama tut mir unheimlich leid. Papa natürlich auch, aber dem scheint es inzwischen schon etwas besser zu gehen. Und die Kinder auch, denen es aber auch schon viel besser geht. Beide sagen, ihre Ohrenschmerzen sind weg. Nur Mama … die hängt noch in den Seilen und kämpft dagegen an und will soviel tun und kann doch nicht … Ich werde gleich wieder zu ihr ins Bett krabbeln, mich an sie kuscheln und versuchen, ihr ein wenig Trost und Kraft zu spenden. Vielleicht geht es ihr ja morgen wieder soweit gut, dass sie ein wenig von dem wegschaffen kann, was ihr so unheimlich auf die Nerven fällt. Wäsche falten zum Beispiel.

Eines noch: Ich danke meinen beiden Helfershelfen vom Dreigestirn, Lilla und Filou, die in der letzten Woche soooo toll meine beiden kleinen Brüder getröstet haben, als sie krank waren. Und ganz doll sag ich Danke an Papa, der Mama so gut unterstützt, wie er kann und ihr viel abgenommen hat. Ich habe es noch nie erlebt, dass meine ganze Familie gleichzeitig krank geworden ist. Und ich möchte es auch nicht wieder erleben. Aber es ist schön zu sehen, dass sie sich trotz aller Widrigkeiten gegenseitig helfen, so gut sie können. Familie halt.

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Es schneit

Leise schweben zarte weiße Flocken vom Himmel. Millionen bedecken langsam Straßen und Wege, Autos und Häuser. Unter einer immer dicker werdenden weißen Decke schlafen Blumen, Büsche und Bäume. Die Welt scheint zu schweigen. Die weichen Flocken schlucken alle Geräusche. Der Autolärm ist verstummt. Es sind keine lauten Stimmen und kein Hundegebell zu hören. Alle Hektik fällt von mir ab und Frieden breitet sich aus. Ich stehe auf dem Parkplatz, den Autoschlüssel in der Hand und sehe zum grauen Himmel hinauf. Die Flocken schweben auf mich zu und ich fühle mich frei. Frei wie ein Kind. Unschuldige Freude breitet sich in mir aus. In diesem Moment bin ich wunschlos glücklich.

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06. September 2014 – Kurzurlaub im Bücherhotel

Normalerweise schreibe ich hier ja relativ wenig von dem, was wir so in unserer Freizeit machen, so als Familie. Und Fotos zeige ich in der Regel ja nur so ganz allgemeine. Und Werbung mache ich normalerweise gar nicht.

Dieser Beitrag ist anders: Menschen gibt es auf den Fotos zwar nicht zu sehen, aber ich mache ganz viel Werbung – nicht aus Prinzip, aber aus Überzeugung.

Vor einem Jahr bekamen mein Göttergatte und ich von meinen Eltern einen Gutschein über zwei Übernachtungen im Gutshotel Groß Breesen geschenkt. Wir haben uns sehr gefreut, doch im täglichen Durcheinander geriet der Gutschein in Vergessenheit – bis wir ihn jetzt endlich einlösten. Als Termin suchten wir uns das Wochenende über den 6. September aus, also das grade vergangene Wochenende.

Am Freitag Nachmittag gegen Viertel vor 2 fuhren mein Göttergatte und ich los. Ganz gemütlich und ganz ohne Streß, Hörbuch hörend und die Landschaft genießend (ich zumindest, mein Göga durfte ja fahren).

Nach rund zweieinhalb Stunden Fahrt (ziemlich am Schluss über eine furchtbare Buckelpiste) kamen wir im Hotel an. Schon von außen sieht es schön und einladend aus. Leider habe ich vergessen, Fotos vom Haus zu machen, weil ich schon wusste, was uns drinnen erwartet, und ich konnte es kaum erwarten. Meine Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht, denn schon beim Einschecken (an einem ganz normalen Schreibtisch mit Stuhl davor, kein Tresen mit Beine-in-den-Bauch-stehen) sahen wir den Grund für den zweiten Namen des Hotels: Bücher! Stapelweise, kistenweise, kofferweise Bücher! Bücher in Regalen, Bücher auf Tischen, Bücher auf dem Boden, Bücher im Schrank … wohin das Auge sah, es sah Bücher.

Ich war im Paradies.

Unser Zimmer lag im ersten Stock mit Ausblick auf den Parkplatz. Dadurch wurden wir morgens nicht von Schafen geweckt, die hinterm Haus weiden, aber das ist nebensächlich. Das Zimmer ist sauber und geräumig, das Bad zweckmäßig, die Möbel im Vintage-Stil gehalten. Es passt alles zusammen: Haus, Zimmer, Flair …

Nachdem wir uns in unserem Zimmer häuslich eingerichtet hatten, gingen wir erstmal in den Garten, um uns mit einer Tasse Kaffee (ich) bzw. einem kühlen Bier (Schatzi) und je einem Stück selbstgebackenen Kuchen zu erfrischen. Und dann ging ich auf meine erste Entdeckungstour durch die Bücherstapel im Eingangsbereich, während mein Schatz den Garten weiter genoss – und die unglaubliche Stille dort.

Wer mich kennt, weiß, dass es nicht lange dauerte, bis ich mit ein paar Büchern zurückkam. Wir suchten uns gemütliche Plätze im Garten und lasen, bis wir abends irgendwann Hunger bekamen. Gegessen haben wir auch im Garten – ganz vorzüglich sogar! Und da wir quasi unter uns waren, haben wir auch etwas gemacht, was ich meinen Kindern (noch) streng verbiete: Wir haben beim Essen gelesen. Und irgendwie passte das einfach!

Als es mir zu kühl wurde, bin ich in unser Zimmer gegangen, hab es mir auf dem Bett gemütlich gemacht und habe – genau! – gelesen, bis mein Schatz ebenfalls hochkam.

Samstag, den 6. September, haben wir erstmal in aller Ruhe ausgeschlafen, geduscht und sind dann ins Gewölbe gegangen und haben uns über das Frühstücksbüffett hergemacht. Mit hartgekochten Eiern, Käse, Aufschnitt, Brötchen, Brot, Quarkspeise, Obstsalat, diversen Marmeladen, Müslis, Säften, Melonenspalten, mariniertem Gemüse … viel zu viel, um sich einmal durchzufuttern.

Frisch gestärkt fuhren wir zunächst ins nahegelegene Güstrow, guckten uns das Schloss von außen an, bummelten dann weiter in die Innenstadt. Dort genossen wir ein Eis bzw. Eiskaffee, ich besichtigte die Marien-Kirche, während mein Schatz weiter die Sonne genoss, dann fuhren wir gemütlich wieder nach Hause ins Hotel. Dort fragte ich nach dem Schlüssel für die Bücherscheune (Tipp von meinem Papa), doch den brauchte ich nicht, weil schon andere Gäste sich dort umsahen. Doch als ich da reinkam, setzte bei mir kurzzeitig Schnappatmung ein: Ein einstöckiges, unscheinbares Gebäude von knapp 100m Länge, das von der Straße aus nur über einen kleinen Trampelpfad zu erreichen ist, offenbarte beim Betreten seine ganzen Schätze: Bücher! Bücher in Regalen, Bücher in Kartons … die Kartons standen neben und zwischen den Regalen, teilweise mehrere übereinander bis in Hüfthöhe, teilweise kommt man in die Gänge zwischen den Regalen gar nicht mehr rein. Unmengen von Büchern!

Die alle zu sortieren und zu katalogisieren wäre eine Lebensaufgabe, glaube ich. Mit glänzenden Augen ging ich ans Ende der Scheune und fing an, mich durchzuarbeiten. Ich gestehe, ich habe mich in erster Linie an die „frei zugänglichen“ Bücher gehalten, also die, die in Regalen stehen oder die in den Kartons obenauf liegen. Und ich wurde fündig. Glücklicherweise fand ich auch einen leeren Obstkarton, wo ich meine Schätze drin transportieren konnte, sonst wäre es wohl problematisch geworden. Meine Augen fanden mehr, als meine Arme tragen konnten. Und irgendwann war ich so gesättigt, das ich mich freute, wenn ich im Regal ein Buch sah, das ich schon zu Hause stehen habe. Das wirkte wie ein alter Freund.

Nachdem ich stolz und glücklich wieder aus der Scheune auftauchte, traf ich mich mit meinem Schatz am Auto, um umzupacken: gefundene Bücher in den Kofferraum, mitgebrachte in den Obstkarton und anschließend den Obstkarton in die Eingangshalle. Bereits zu dem Zeitpunkt hatte ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, das Tauschverhältnis von 2:1 (zwei mitgebrachte Bücher gegen 1 Buch aus dem Hotel) zu meinen Gunsten überschritten.

Nun brauchte ich erstmal wieder einen Kaffee. Bücher suchen macht durstig – aber auch seeeehr glücklich. Ich holte mein aktuelles Buch aus dem Zimmer, traf meinen Schatz im Garten und wir verbrachten den restlichen Nachmittag so wie den zuvor: Kaffee trinken, Kuchen essen und ganz viel lesen, lesen, lesen. Irgendwann wechselten wir unseren Platz auf zwei gemütliche Liegen, wo wir uns die Sonne auf den Bauch bzw. die Schultern scheinen ließen, und genossen die unglaubliche Ruhe.

Als wir uns abends irgendwann mit dem Chef Thorsten Brock unterhielten, erfuhren wir, das es auch Bücherstuben gibt – im Keller des Nebengebäudes. Ich war sofort wieder Feuer und Flamme und folgte ihm. Ich glaube, ich muss nicht viel sagen, oder? Mein Bücherstapel wuchs weiter und ich hatte wieder ein verräterisches Glitzern in den Augen.

Nach einem wiederum sehr leckeren Abendessen beschloss ich wieder, es mir bis zum Einschlafen aufm Bett mit meinem Buch gemütlich zu machen.

Der Sonntag begann wie der Samstag: Ausschlafen, in aller Ruhe fertig machen und ausgiebig frühstücken. Leider war es schon unser Abreisetag, so dass wir halt auch unsere Sachen packen und ausziehen mussten. Während mein Schatz das finanzielle regelte, nahm ich mir die letzten Regale der Bücherstuben vor, die ich am Abend zuvor nicht geschafft habe. Dort kam mein Schatz dann hin, und gegen Mittag fuhren wir ganz gemütlich in heimatliche Gefilde, nachdem wir noch ein paar Abschiedsfotos gemacht haben:

Die Bücher im Wintergarten warten bis jetzt darauf, von mir durchstöbert zu werden.

Zusammenfassung: Für Bücherwürmer und Leseratten, die mal richtig abschalten wollten, ist das Bücherhotel die allererste Wahl – wenn man sich auf das Chaos in der Bücherscheune und in den Regalen einlassen kann. Wer es lieber mag, das Bücher nach Themen sortiert und sehr ordentlich aufgereiht sind, der ist hier falsch. Wer stöbern und sich überraschen lassen mag, was er so findet, der ist hier goldrichtig. Wir waren zwei Tage in einem schönen Haus in einem schönen, hellen Zimmer untergebracht und wurden von einem kompetenten, freundlichen und herzlichen Team versorgt.

Mein Fazit: Ich komme wieder

*****

Zum Bücherhotel: Das Hotel hat das ganze Jahr über Saison, denn, wie Thorsten Brock sagt: „Bücherwürmer und Leseratten sind winter- und nachtaktive Tiere.“ Das ganze Jahr hindurch gibt es Arrangements und Angebote, die das Leserherz höher schlagen lassen. Wer sich näher informieren möchte, dem sei hier geholfen:

GGB Gutshotel Groß Breesen GmbH
1. Bücherhotel Deutschlands
18276 Groß Breesen bei Zehna

Telefon 038458-500
Telefax 038458-50234
Internet http://www.gutshotel.de
e-Mail info@gutshotel.de

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